Verein gegen unlautere Praktiken im Gesundheitswesen gegründet

Datum 21.04.2004 23:16 | Thema: Promed e.V.

17 Gründungsmitglieder beschließen Aufklärung über und gezieltes Vorgehen gegen Scharlatanerie
Frankfurt am Main, den 04. April 2004. Am Freitag, den 2. April gründeten 17 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und unterschiedlichen beruflichen Sparten auf dem Hotelschiff Schlott in Frankfurt Höchst den Promed e.V. gegen unlautere Praktiken im Gesundheitswesen. Der Verein hat seinen Sitz in Frankfurt am Main und wird in das Vereinsregister Frankfurt eingetragen.

Laut beschlossener Satzung verfolgt der Promed e.V. gegen unlautere Praktiken im Gesundheitswesen schwerpunktmäßig folgende Ziele und Zwecke:

- die Aufklärung der Bevölkerung über Verfahren in der Medizin, die einer rationalen und seriösen Behandlung nicht entsprechen, zu fördern und über andere unlautere Praktiken aus angrenzenden Disziplinen zu informieren;

- Opfern unseriöser Behandlungsmethoden und unlauterer Praktiken im Gesundheitswesen und angrenzender Disziplinen Hinweise zu Selbstschutz und Geltendmachung ihrer Ansprüche zu geben;

- gegen natürliche und juristische Personen, die Desinformation zum objektiv nachvollziehbaren Schaden der Bevölkerung und gezielte Falschinformation zum Zwecke der Gewinnerzielung betreiben, auch juristisch vorzugehen.

Der Verein Promed e.V. wird ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke verfolgen. Die Mitgliedschaft steht jedem Interessierten offen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 25 Euro pro Jahr. Schüler und Studenten sind von der Beitragspflicht befreit.

Die Vorstands- und Ämterwahlen erfolgten ohne Gegenstimmen. Vorstandsvorsitzende ist die Offenbacher Diplombiologin Sigrid Herrmann-Marschall, deren Stellvertreterin die Stuttgarter IT-Pädagogin Tanja Hindemith. Als Beisitzer fungieren Paul Schmitt (Zahnarzt, Frankfurt), Matthias Westphal (Ingenieur, Dreieich) und der Höchster Kinderarzt Ralf Behrmann, Hauptinitiator des Projekts. Zuständig für die Schriftführung zeichnet sich Peter Neumann, Kinderarzt beim Gesundheitsamt Frankfurt, für die Finanzen die Höchster Pharmazeutisch-Technische Assistentin Karin Geretshauser und für die Pressearbeit die freie Redakteurin Marianne Kestler, Neu Isenburg.
Zum Hintergrund
Die Initiative dieser Vereinsgründung entstand zum großen Teil über die von Behrmann seit zwei Jahren gepflegte Webseite http://www.kidmed.de im Internet. (Über die Motivation berichteten wir in der Presseinformation vom 27.03.2004.) Mit einer umfangreichen Material- und Link-Sammlung sowie mit vehementem persönlichen Einsatz bietet er dort einer wachsenden Zahl unseriöser Heiler und deren Anhängern Paroli und ermöglicht den öffentlichen Austausch zum Thema in einem Forum. Notwendig geworden sei dies, so der Kinderarzt, "angesichts eines wahren Booms solcher profitorientierter Gurus und Scharlatane." In einem Interview im Vorfeld der Vereinsgründung erklärte er am 2. April 2004 gegenüber der Frankfurter Neuen Presse: "Ich verstehe es nicht, warum sich im 3. Jahrtausend Leute mit einem Schulabschluss auf solche Sachen einlassen, die jeglicher rationalen Grundlage entbehren. Das ist ein einziger irrationaler Brei, ganz egal, ob sie es Homöopathie, Anthroposophie oder sonst wie nennen."

Gerade die Homöopathie trage die Wissenschaftlichkeit wie eine Monstranz vor sich her, obwohl die Homöopathie längst widerlegt worden sei, fügte die Vorstandsvorsitzende des neuen Vereins, Herrmann-Marschall, hinzu. "Darüber lachen die Wissenschaftler. Aber so lange immer noch Erwachsene und Kinder durch solche Praktiken gefährdet werden, reicht Lachen alleine nicht aus."

Eine solche Entwicklung schade nicht nur den Patienten und Verbrauchern, sondern zusätzlich dem ganzen Berufsstand, gab ein Teilnehmer auf der Gründungsversammlung zu bedenken. Doch Ziel und Zweck des Vereins ist alles andere als eine - von Kritikern oft vorgeworfene - Selbstbeweihräucherung unter Medizinern und Ärzten. Darüber herrscht bei Mitgliedern und Vorstand Konsens. "Wir machen Promed ja nicht für uns, sondern für die Patienten und für die Verbraucher", wie die Vorsitzende gegenüber der Frankfurter Neuen Presse deutlich machte. "Wir engagieren uns ehrenamtlich und streben die Gemeinnützigkeit an. Da steht nur ein Interesse dahinter: Dort für die Patienten einzutreten, wo sie selbst nicht dazu in der Lage sind, weil ihnen die Fachkenntnisse fehlen."

Vehemente Kritik seitens der alternativen Heilerszene ist zu erwarten - dafür sind alle Beteiligten gewappnet. Das erste mehrseitige Protestschreiben eines umstrittenen Heilpraktikervereins ging bereits kurz vor der Veranstaltung ein, weitere werden folgen. "Viel Feind, viel Ehr'", der Initiator Behrmann sieht es gelassen: "Solche aggressiven verbalen Angriffe bestätigen nur, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Denn nichts ist für die Patienten, Eltern und Angehörigen gefährlicher als eine Gleichgültigkeit gegenüber dieser Entwicklung, wie sie bislang Ärztekammern und Verbraucherschutzorganisationen an den Tag legen."

Details zur Vereinsgründung, Hintergrundinformationen in vorangegangenen Pressemeldungen sowie die Satzung finden Sie auf der im Aufbau befindlichen Webseite: http://www.promed-ev.de . Weitere Auskünfte gibts über promed@web.de.

Verantwortlich für diese Pressemitteilung:

Promed e.V. gegen unlautere Praktiken im Gesundheitswesen
Der Vorstand
Frankfurt am Main




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